Mehrphasenausbildung

Aufbau der Führerscheinausbildung in 2 Ausbildungsphasen

 

Aufgrund der höheren Unfallzahlen der Fahranfänger müssen Besitzer einer Lenkberechtigung für die Klassen A1, A2, A oder B eine Mehrphasenausbildung absolvieren. 

  

Die 1. Ausbildungsphase ist das erlangen des Führerscheines

Die 2. Ausbildungsphase besteht aus:

Zeitpunkt: im 2.-4. Monat nach Führerscheinausstellung der Klasse B

Allgemeines: der Kandidat sollte vor der Feedbackfahrt mindestens 1000 km gefahren sein.

Führerschein, Zulassungsschein mitnehmen!

Fahrzeug: Üblicherweise das Fahrzeug des Schülers, kann auch ein Fahrschulfahrzeug sein.

Inhalte:

  • Blicktechnik
  • unfallvermeidende defensive Fahrweise
  • soziales Verhalten
  • Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer beobachten
  • Ökonomisches Fahren
  • Befahren von Tunnels, wenn dies möglich ist
  • Befahren von Beschleunigungs- und Verzögerungsstreifen
  • Befahren von komplexen Querstellen

 

 

 

Zeitpunkt: im 3.-9. Monat nach Führerscheinausstellung der Klassen A, B, L17

Inhalte: es werden einerseits die fahrphysikalischen Grenzen und die daraus resultierenden Unfallgefahren durch Geschwindigkeit und Bremsweg demonstriert, andererseits werden individuelle Unterweisungen in Blickführung, Fahrzeughandling und den wichtigsten Notreaktionen durchgeführt.

Übungen für die Klasse B

  • Sitzposition
  • Lenkradhaltung, Slalom
  • Bremsübungen
  • Bremshaken
  • Bremsen einseitig glatt
  • Bremsen in Kurven
  • Übersteuern (Schleudern)
  • Untersteuern (Schieben)
  • Abschlussübung

Übungen für die Klasse A

  • Spurgasse
  • Schaltkarree
  • Slalom
  • Achterfahren (Lastwechsel)
  • Enge Kreisfahrt
  • Bremsen aus Kurvenfahrt
  • Handlingsparcour
  • Notbremsung
  • Bremshaken
  • Abschlussübungen

 

Das verkehrspsychologische Gruppengespräch

Zeitpunkt: im Rahmen des Fahrsicherheitstrainings der Klassen A, B, L17. In der 90 Minuten dauernden Diskussion sind die für Fahranfänger typischen Unfalltypen und die zugrundeliegenden Unfallrisiken in Form eines Gruppengespräches zu erarbeiten.
dazu zählen:

  • Selbstüberschätzung
  • soziale Verantwortungsbereitschaft
  • allgemeine und individuelle Risikobetrachtung
  • Auslebenstendenzen
  • Alkohol- und Drogenmissbrauch

 

 

Zeitpunkt: im 6.-12. Monat nach Führerscheinausstellung der Klassen B oder L17.

Allgemeines: der Kandidat sollte vor der 2. Feedbackfahrt weitere 1000 km gefahren sein.

Führerschein, Zulassungsschein, Protokoll der ersten Feedbackfahrt mitnehmen !

Fahrzeug: Üblicherweise das Fahrzeug des Schülers, kann auch ein Fahrschulfahrzeug sein.

Inhalte:

  • Kommentiertes Fahren für die Dauer von rund zehn Minuten
  • Durchführen von Nebentätigkeiten
  • Gefahrentraining
  • Dynomentraining und 3A-Lehre

Diskussion über:

  • Verhalten in Tunnels bei außergewöhnlichen Situationen
  • die Notwendigkeit und Gefahren von Nebentätigkeiten

Jeweils im Anschluss der Feedbackfahrten findet eine Nachbesprechung statt. Es wird auf die individuellen Mängel und Stärken eingegangen und eine Hilfestellung bzw. Zielsetzung zur selbstständigen Verbesserung des Verhaltens im Straßenverkehr gegeben. Zur Dokumentation erhält der Kandidat ein Protokoll.